Schwimmen mit Pferd – Tipps für das Seepferdchen

Das größte Glück der Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde. Diesen Satz können wohl alle Reiter und Reiterinnen bestätigen, die sich Pferde zur Leidenschaft gemacht haben. Jetzt im Sommer darf es aber außer den schwülen und anstrengenden Ausritten, gerne auch ein wenig Abkühlung sein. Immerhin kann die Hitze im Sommer ganz schön den Spaß am Reiten vermiesen wenn es heißt: außer Schritt und einer kleinen Runde geht heute nichts. Ziemlich öde, wenn man sich doch am liebsten den kühlen Wind im gestreckten Galopp um die Ohren pusten lassen würde. Leider  geht das nicht immer, denn für unsere Pferde sind Ausritte im Sommer ziemlich anstrengend. Das Schwimmen mit Pferd steht deshalb bei vielen Reitern ganz oben auf der „To-Do-Liste“ mit dem eigenen Reitgetier. Und damit dabei auch niemand untergeht, verraten wir, worauf es beim Schwimmen mit Pferden ankommt.

Ist dein Pferd auch ein Seepferdchen

Ist dein Pferd auch ein Seepferdchen

Wo darf man mit seinem Pferd schwimmen gehen?

Diese Frage lässt sich leider nicht ganz so einfach beantworten, immerhin gelten für jedes Bundesland und beinahe für jeden See innerhalb einer Gemeinde eigene Bestimmungen. Außerdem stellt sich zudem die Frage, wann man mit dem Pferd an welchem See schwimmen darf. In vielen Seen ist das Baden mit Pferd zwar grundsätzlich erlaubt, allerdings während der Brutzeit einiger Vogelarten strikt untersagt. Auch an Angelseen ist es generell verboten, mit Hund oder Pferd zu schwimmen. Während der Hauptbadesaison ist es an vielen, speziell dafür angelegten Badeseen, ebenfalls verboten mit dem Pferd baden zu gehen. In den meisten Fällen haben die Schwimmverbote keine hygienischen Hintergründe, vielmehr geht es oft um die Arterhaltung von anderen Tieren und der Sicherheit anderer Schwimmer oder Angler. Im Zweifelsfall kann sich immer in der zuständigen Gemeinde erkundigt werden, ob das Schwimmen mit Pferden im See XY geduldet wird. Falls dies nicht der Fall ist, so können sogar ohne sichtbare Verbotsschilder Busgelder in Höhe von etwa 200-300 Euro anfallen.

  • Tipp: Einige Reitschulen bieten geführte Schwimmkurse mit Pferd zum Erhalt des Seepferdchens an.
Hier bekommt das Wort Seepferdchen wieder eine ganz neue Bedeutung.

Hier bekommt das Wort Seepferdchen wieder eine ganz neue Bedeutung.

Vom Reitpferd zum Seepferd

Pferde vertrauen in der Regel ihren Reitern, sofern diese ausreichend dafür ausgebildet wurden und ein gesundes Vertrauensverhältnis besteht. Andernfalls wäre es kaum möglich, dass sich ein Pferd freiwillig einem Gewässer aussetzt. Grundsätzlich scheuen Pferde Untergründe die sie nicht kennen, oder die den eigentlichen Boden nicht zeigen. Dies ist auch der Grund, weshalb viele Pferde Pfützen bewusst umgehen oder gar scheuen. Der Gang in das kühle Wasser ist also nicht selbstverständlich, auch wenn es unter den vielen Pferderassen einige Wasserratten gibt.

Video – Schwimmen mit Pferden

Wer also das Schwimmen mit Pferd zum aller ersten Mal erleben möchte, der sollte dies nicht alleine tun, sondern sich bestenfalls eine erfahrene Schwimmbegleitung suchen. Am besten Pferde, die mit gutem Beispiel vorangehen, und den Gang ins kalte Nass wie selbstverständlich nehmen. In den meisten Fällen folgen die Herdentiere ihren Vorgängern. Schwimmen selbst müssen die Pferde nicht erlernen, im Wasser folgen sie ähnlich wie bei Hunden, ihrem Instinkt. Durch heftiges Strampeln mit den Beinen entsteht eine Vorwärtsbewegung, die für das Pferd zunächst ungewöhnlich sein wird. Tatsächlich macht das Schwimmen aber vielen Pferden großen Spaß.

  • Wichtig: Wer in einem See schwimmen möchte, der sollte diesen mit all seinen möglichen Tücken kennen. ( enge Zugangswege, sumpfige Stellen, große Steine, plötzlich abfallende Einstiege)

Sicherheit im Wasser

Damit das Schwimmerlebnis nicht mit Verletzungen endet, sollte natürlich auch der Reiter schwimmen können. Zwar tauchen Pferde nur in den seltensten Fällen, allerdings sollte man sich nie auf jemand anderen verlassen, wenn das Wasser sehr tief ist.

Da die Pferde im Wasser stark strampeln, sollte sich der Reiter flach  neben das Pferd ins Wasser legen. Mit einer Hand kann sich der Reiter am Mähnenkamm festhalten oder direkt über dem Pferderücken schweben. Um ins Wasser zu gelangen empfiehlt es sich, auf dem Pferd sitzen zu bleiben und nicht Seite an Seite mit ihm hineinzugehen. In letzterem Fall riskiert man Verletzungen, wenn die Hufe beim lospaddeln die menschlichen Beine trifft. Gleiches gilt für die Ankunft an Land.

  • Wichtig: Steht das Pferd mit den Füßen im Wasser und beginnt stark mit den Vorderhufen zu scharren, so ist zügiges Weiterreiten zu empfehlen. Andernfalls wird es sich in den meisten Fällen binnen weniger Augenblicke hinlegen. Egal ob mit, oder ohne Reiter.

Welche Ausrüstung ist für das Schwimmen mit Pferden richtig?

Viele Reiter, gerade wenn es das erste Mal ist, lassen ihren Helm auch im Wasser auf. Unkontrollierte Stöße können trotz Wasser passieren. Auch eine Schwimmweste kann im Notfall die nötige Sicherheit verschaffen.

Vor dem Eintauchen in den See sollte natürlich der Sattel abgenommen werden und es ist sicherlich sinnvoll, auch das Zaumzeug zu wechseln. Gerade bei ledernen Sätteln ist die Gefahr groß, diesen durch das Wasser zu ruinieren. Extrem zerstörerisch kann Salzwasser sein. Zusätzliche Kandaren oder Mundstücke können das Pferd im Wasser bei seinen Bewegungen schmerzvoll behindern. Da ein Pferd im Wasser ohnehin nicht durchgehen kann oder sich großartig zur Wehr setzen kann, reicht in der Regel ein leichtes Stallhalfter oder eine gebisslose Zäumung. Mit einem Halsring oder Strick kann das Pferd in die entsprechende Richtung gelenkt werden.

  • Tipp: Wer mit dem Pferd im Wasser schwimmen möchte, der sollte zuvor das Reiten ohne Sattel üben!

Schwimmen im Meer – die besondere Herausforderung

Das Schwimmen im Meer gehört zur besonderen Schwimmdisziplin und sollte nur von geübten Seepferdchen ausgeführt werden. Pferde die überhaupt keine Erfahrung mit Gewässern haben, tun sich sehr schwer im Salzwasser zu schwimmen. Hinzu kommen meist ein natürlicher Wellengang oder starke Strömungen. Da sich Pferde, ähnlich wie Menschen, öfter einmal überschätzen, sollte man nie zu weit nach draußen schwimmen. Im schlimmsten Fall kann es zu schweren körperlichen und gesundheitlichen Problemen kommen, beispielsweise wenn zu viel Wasser in die Ohren kommt. Dies führt zusammen mit dem schaukligen Wellengang oft zu Orientierungsproblemen und Gleichgewichtsstörungen. Es ist schon passiert, dass Pferde aufgrund dieser Tatsache ertrunken sind.

Video – Schwimmen mit Pferden im Meer

Schwimmen mit Pferden als Therapie

Schwimmen ist trotz aller Gefahren gesund und kann ein hervorragendes physiologisches Training für Muskeln und Gelenke darstellen. Auch das Herz- Kreislaufsystem und die Lunge haben etwas von regelmäßigen Schwimmstunden. Grund dafür ist die Schwerelosigkeit und die Entlastung im Wasser. Sämtliche Muskeln im Körper eines Pferdes werden gleichermaßen benötigt, um eine Vorwärtsbewegung zu erreichen und auch die tiefe und erschwerte Atmung können sich positiv auf die Lungengesundheit auswirken. Dabei ist die Meeresluft besonders wohltuend, – Therapeuten bestätigen die Wirkung. So können sich viele Blockaden, vor allem im Rücken- und Nackenbereich, lösen, die Durchblutung in den Extremitäten wird gefördert und die Muskeln können sich dehnen. Nicht umsonst gibt es spezielle Pferde-Schwimmbecken in so manchem Luxusreitstall für Sportpferde.

Und noch einen Vorteil kann das Schwimmen mit Pferden im Sommer mit sich bringen: Die oft sehr trockenen und manchmal rissigen Hufe können während den Schwimmstunden ideal Wasser aufnehmen und ein wenig weicher werden. Darüber freut sich dann auch der Hufschmied.