Tierschutz für Pferde

Der Tierschutz ist in Deutschland ein durchaus großes Thema und nimmt zu. Immer mehr Menschen wenden sich an Tierheime oder Tierschutzvereine, um einem neuen Vierbeiner ein Zuhause auf Lebenszeit zu bieten. Dabei handelt es sich meist um Hunde, Katzen und Kleintiere, für Pferde gibt es aktuell aber relativ wenig Hilfe. Unter anderem liegt es daran, dass die Tötung von Pferden immer noch eine Normalität in der Gesellschaft ist. Pferde, die nicht weiterverkauft werden können, nicht mehr im Sport gebraucht werden oder eine Verletzung haben, finden am Ende ihres Weges häufig den Schlachter und keine liebevolle Familie für den friedlichen Lebensabend. Es gibt nur wenige Pflegestellen für ältere Pferde, der Kostenaufwand erscheint den Menschen zu hoch, um ein nicht reitbares Seniorenpferd zu behalten.

Pferde – Schützenswerte Freunde

Die sanften Riesen begleiten Menschen gut und gerne 25 Jahre, öfter werden die Tiere noch älter. Vor allem viele Ponyrassen können weit über 30 Jahre alt werden. Die Tiere sind in der Lage, eine tiefe vertrauensvolle Beziehung zu ihren Menschen aufzubauen und sind treu und intelligent. Trotzdem werden sie gerne schnell weggegeben, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Zum Beispiel wenn das Kind, welches auf dem Pony das Reiten gelernt hat, älter wird und auf ein Großpferd umsteigt oder gar das Reiten aufgibt. Pferde leiden genau so sehr unter einem Besitzerwechsel, wie Hunde, dennoch wird es nicht so ernst genommen. Jedes Pferd hat es verdient, einen schönen Lebensabend in einer liebevollen Umgebung zu verbringen, ohne unter der Trennung von seinen Menschen zu leiden.

Noch vor kurzem hat man geglaubt, Pferde wären einfach umzugewöhnen und hätten keine besonders tiefe Bindung zum Menschen. Ein Pferd ist ein Herdentier und benötigt vor allem seine Artgenossen. Natürlich stimmt der zweite Teil auch: Ein Pferd darf ausschließlich mit anderen Pferden zusammengehalten werden, ein Pferd in Einzelhaltung wäre ein klarer Fall von Tierquälerei. Aber auch Menschen spielen für das Tier eine große Rolle, vor allem, wenn eine Beziehung über viele Jahre besteht und das Mensch-Tier-Gespann durch zahlreiche gemeinsame Erfahrungen gebunden ist. Manche Pferde verkraften den Besitzerwechsel leicht, doch es ist nicht die Regel. Es ist ein großer Beitrag zum Schutz von seinem Pferd, es bis zum Lebensende des Tieres zu behalten und zu versorgen.

Pferde – Schützenswerte Freunde

Pferde – Schützenswerte Freunde

Beitrag zum Tierschutz: Wissen über artgerechte Haltung

Wer sich um das Wohl der Pferde kümmern möchte, trägt einen großen Teil dazu bei, dass die Tiere langfristig in besseren Verhältnissen leben. Es gehört dazu, sich Wissen über die artgerechte Haltung anzueignen und dieses auch weiterzugeben. Viele Informationen, die man vor wenigen Jahren für richtig gehalten hat, haben sich als falsch entpuppt. Dazu gehören diverse Informationen über den Bewegungsbedarf, Umgang mit der Herde, gesunde Ernährung, befriedigtes Kaubedürfnis, artgerechte Ausbildung, schonende Reitweise, hochwertige Ausrüstung und vieles mehr.

Aktiv im Pferdeschutz engagieren

Viele Höfe bieten Pferden, die von einer Schlachtung bedroht sind, ein Zuhause. Meistens handelt es sich um Tiere, die Krankheiten haben, nicht reitbar sind und keine Aussicht auf einen schönen Platz in einer Familie haben. In einer Herde und mit liebevollem Umgang fühlen sich auch beeinträchtigte Tiere wohl. Solche Einrichtungen sind aber auf zahlreiche Spenden und Helfer angewiesen, so kann sich jeder pferdebegeisterte Mensch umhören, wo in der Nähe ein Gnadenhof Hilfe benötigt. Helfen kann man, in dem man bei der Stallarbeit hilft, die Tiere putzt und bewegt, aber auch mit Sach- und Geldspenden.

Fälle von Tierquälerei konsequent melden

Es ist eine große Pflicht der Menschen, zuständige Behörden auf Missstände hinzuweisen. Wenn man sieht, dass ein Pferd in unzumutbaren Bedingungen leben muss, misshandelt wird, trotz Bedarf keine medizinische Versorgung erhält oder anderweitig vernachlässigt wird, kann man diese Umstände direkt bei der Polizei melden. Damit würde man dem Tier ggf. das Leben retten.

Vorher kann man versuchen, diplomatisch Kontakt zum Halter aufzunehmen und ihm Hilfe anbieten. Wird der Versuch abgelehnt oder es tritt keine Besserung trotz Ansprache ein, sollte man Zeugen mitbringen und Beweise sichern (z. B. Fotos machen), damit man etwas gegen die Tierquäler in der Hand hat. Fruchtet die Meldung beim ersten Mal nicht, sollte man unbedingt dranbleiben und die Beschwerden sich häufen lassen. Ebenso kann man Nachbarn und andere Beobachter ermutigen, ebenso die Missstände zu melden.

Pferd aus dem Tierschutz aufnehmen

Es ist großartig, wenn man die Möglichkeit hat, einem Tier ein Zuhause auf Lebenszeit zu schenken. Tausende Pferde benötigen einen neuen Platz, sind von der Schlachtung bedroht oder werden vernachlässigt, leider gibt es nur wenige Möglichkeiten, die Tiere unterzubringen. Daher sollten möglichst viele Menschen, die den Platz und die Kapazitäten haben, ein Pferd retten. Ältere Pferde können eine Herde bereichern, Ruhe reinbringen und Sicherheit bieten.  Sehr viele Pferdehalter hätten Kapazitäten, ein oder zwei Pferde in ihrem Zuhause aufzunehmen und sollten unbedingt dazu ermutigt werden. Mit einem älteren oder kränklichen Pferd kann man sehr viel Freude haben: Ob Bodenarbeit, Spaziergänge, Erlernen von Tricks oder die Begleitung als Handpferd. Die Lebensqualität eines Pferdes sollte sich nicht daran messen, ob das Pferd reitbar ist.

Grundsätzlich sollte jeder Mensch sich bewusst sein, dass ein Pferd sehr alt und krank werden kann  und abwägen, ob dies finanziell und zeitlich für den Halter auf die lange Zeit gesehen tragbar ist. Ebenso sollte man sich immer mit der Frage befassen, was bei veränderten Lebensumständen mit dem Tier passiert und auch bei einer notgedrungenen Vermittlung für ein stabiles und sicheres Zuhause sorgen.