Pferdeinäscherung – wenn der beste Freund über den Regenbogen geht

Pferdeinäscherung – wenn der beste Freund über den Regenbogen geht

Pferdeinäscherung – wenn der beste Freund über den Regenbogen geht

Viele Reiter und Pferdebesitzer schieben den Gedanken an den letzten Tag weit vorn. Wer mag schon an diesen Moment denken, wenn er den langjährigen Begleiter loslassen muss. Doch es ist besser, wenn du dich früh damit beschäftigst, denn die letzten Stunden sind emotional sehr anstrengend. Musst du dir dann noch Gedanken über das „Danach“ machen, bist du oft überfordert.

 

Erweise deinem Pferd auch im Tod die Ehre

Es gibt verschiedene Möglichkeit, deinem Pferd die letzte Ehre zu erweisen. Der Schlachthof ist wohl keine davon. Wer möchte schon seinem Freund letzte Minuten voller Angst zumuten. Bis zum Februar 2017 blieb dann nur die Tierkörperbeseitigungsanlage. Das Pferd wurde im gewohnten Umfeld eingeschläfert und anschließend abgeholt. Auch die Einäscherung in den benachbarten Ländern Dänemark und Niederlande war möglich, aber sehr teuer. Die Beerdigung auf dem eigenen Grundstück ist in Deutschland nicht möglich. Seit kurzer Zeit hast du aber die Möglichkeit, dein Pferd einäschern zu lassen und ihm damit eine respektvolle Bestattung zu gönnen.

Einäscherung von Pferden – wie läuft das ab?

Beschäftige dich schon vor dem entscheidenden Tag mit diesem Thema, denn du musst einiges berücksichtigen. In Deutschland gibt es inzwischen mehrere Tierkrematorien, die nicht nur Hunde, Katzen und Kleintiere einäschern, sondern auch Pferde. Allerdings muss das von der Veterinärbehörde genehmigt werden.

Im günstigsten Fall sprichst du schon vor der Einschläferung ein Pferdekrematorium an und sprichst den Ablauf ab. Das ist aber nicht immer möglich. Du solltest dich dann aber schnell an das nächste Tierkrematorium wenden.

Das Pferdebestattungsunternehmen holt dein Pferd vor Ort ab. Du brauchst dich also nicht um den Transport zu kümmern. Das wäre oftmals auch schwierig, da es noch nicht überall in Deutschland entsprechende Bestattungsunternehmen tätig sind.

Für die Einäscherung sind verschiedene tierärztliche Unterlagen notwendig. Außerdem musst du den Equidenpass vorweisen.

Wie läuft die Einäscherung ab?

Dein Pferd wird dann in Tierkrematorien eingeäschert. Auf Wunsch kannst du die komplette Asche deines Pferdes zurückerhalten. Das sind aber bei einem normalen Reitpferd von circa 500 kg etwa 15 bis 20 kg. Normalerweise werden aber nur etwa 2 bis 4 kg Asche verschickt. Die Asche kommt in einem Karton oder in einer Urne.

Viele Pferdebesitzer haben Angst, dass ihr Pferd mit vielen anderen Tieren verbrannt wird und die Asche nicht wirklich von ihrem vierbeinigen Freund stammt. Darüber brauchst du dir keine Gedanken machen. Die Einäscherung findet nicht mit anderen Pferden statt. Bei vielen Pferdekrematorien kannst du auch nach Absprache und gegen einen kleinen Unkostenbeitrag bei der Einäscherung deines Pferdes dabei sein.

Was kostet die Pferdeinäscherung?

Ganz günstig ist es nicht. Informiere dich unbedingt vorher über die Preise, denn die Unterschiede sind groß. Für die Einäscherung von einem etwa 500 kg schweren Pferd musst du mit Preisen zwischen 950 Euro und 1.600 Euro rechnen. Dazu kommen noch die Transportkosten zur Pferdeeinäscherung. Wichtig ist auch, dass du die Einäscherung nicht in Raten zahlen kannst. Meist wird der Betrag in bar fällig, wenn das Pferd abgeholt wird. Das ist besonders dann eine zusätzliche Belastung, wenn vorher noch Tierarztkosten aufgetreten sind. Du solltest dir deshalb das Geld schon vorher zurechtlegen, bevor es soweit ist.

Berühmte Pferde wurden nicht einfach verscharrt

Pferde waren schon immer besondere Begleiter. Besonders Könige, Würdenträger und Feldherren waren ihren Pferden sehr zugetan, verdankten diesen nicht selten ihr Leben. Das war Grund genug, den Tieren auch im Tod den nötigen Respekt zu erweisen. Meist wurden die Tiere neben den Gräbern ihrer Herren begraben. Auch Pferdefriedhöfe gab es. Im Landkreis Lüneburg ist man bei Ausgrabungen auf einen Pferdefriedhof mit 42 Pferden gestoßen. Pferdebestattung war zu jeder Zeit verbreitet. Oft war es eine Glaubensfrage, das Pferd zu beerdigen. So sollten die Tiere bei den Germanen ihren Herrn nach Wallhall tragen. Vor allem Reitervölker und Menschengruppen, die den Pferden besonders zugetan waren, zelebrierten die Pferdebestattung.

Dreifach-Pferdebestattung von Wulfsen.

Dreifach-Pferdebestattung von Wulfsen.

Bildquelle:

Regenbogen by: skeeze pixabay

Pferdebestattung: Archäologisches Museum Hamburg [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons